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Ist Spielzeug, das sechswertiges Chrom enthält, für Kinder sicher?

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Kontext - Chrom (VI) befindet sich in Pigmenten, Korrosionshemmern, chromgegerbtem Leder und in Holz

Spielzeug kann aus Werkstoffen hergestellt worden sein, die Chrom (VI) enthalten. Ist Spielzeug, das sechswertiges Chrom enthält, für Kinder sicher?

  • Quelle:SCHER (2015)
  • Übersicht & Details: Europäishe Kommission
Neuestes Update: 4 März 2015

Was ist Chrom?

Chrom ist ein Schwermetall, das in verschiedenen Formen überall in der Umwelt vorkommt. Es ist in Gestein, Böden, Tieren und Pflanzen zu finden. Metallisches Chrom ist hart, spröde und sehr korrosionsbeständig. Mehrere Chromverbindungen werden in industriellen Verfahren eingesetzt. Chrom wird oft als dekorative Schutzschicht auf andere Metalle aufgetragen oder wird bei der Edelstahlherstellung dem Stahl für bessere Härte beigefügt.

Chromsalze existieren in verschiedenen Formen, wobei die dreiwertige (Chrom (III)) und die sechswertige Form (Chrom (VI)) am häufigsten vorkommt. Chrom (VI) befindet sich in Farbpigmenten, Farben und Lacken, Tinten, Kunststoffen, Korrosionshemmern, chromgegerbtem Leder und in Holz, das mit Kupfer-Chrom-Arsenat konserviert wurde. Spielzeug kann aus Werkstoffen hergestellt worden sein, die Chrom (VI) enthalten.

Welche Gesundheitsrisiken stellt Chrom dar?

Von den am häufigsten vorkommenden Formen ist Chrom (III) ein notwendiger Nährstoff mit sehr niedriger Toxizität. Chrom (VI) hat eine höhere Toxizität, reizende Eigenschaften, kann allergische Reaktionen auslösen und ist bekannt dafür Krebs zu verursachen, wenn es an Arbeitsplätzen eingeatmet wird. Neuere Studien haben gezeigt, dass die Aufnahme von Chrom (VI) über Trinkwasser zu verschiedenen Arten von Krebs im Verdauungstrakt von Versuchstieren führen kann. Gegenwärtig ist nicht auszuschließen, dass Chrom (VI) auch Krebs beim Menschen verursachen kann, wenn es über den Mund aufgenommen wird.

Warum ist Chrom (VI) in Spielzeug besonders bedenklich?

Kinder neigen dazu, an Spielzeug zu saugen, es in den Mund zu nehmen und darauf zu kauen oder sogar Kleinteile davon zu verschlucken. Dies kann dazu führen, dass Kinder das aus Spielzeug freigesetzte Chrom (VI) aufnehmen.

Was wird getan, um zu gewährleisten, dass Spielzeug sicher ist?

Die EU-Richtlinie über Spielzeugsicherheit  legt die Regeln für die Vermarktung von Spielzeug fest, das in der EU hergestellt oder in die EU importiert wird. Für in der EU verkauftes Spielzeug setzt diese EU-Richtlinie strenge zulässige Grenzwerte für die Migration von 17 Elementen, einschließlich Chrom. Der 'Migrationsgrenzwert' ist die Höchstmenge einer chemischen Verbindung, die beim Übergang von einem Spielzeug auf ein Kind zulässig ist. Diese Migrationsgrenzwerte gewährleisten, dass keine gesundheitlichen Auswirkungen auftreten.

Was kann ich tun, um mich zu vergewissern, dass Spielzeuge sicher sind?

Suchen Sie auf dem Spielzeug oder der Verpackung die CE-Kennzeichnung, die garantiert, dass das Spielzeug alle EU-Sicherheitsbestimmungen einhält, die weltweit zu den strengsten zählen. Kaufen Sie Spielzeug in vertrauenswürdigen Läden und überprüfen Sie geschenktes oder gebraucht gekauftes Spielzeug. Möglicherweise erfüllt älteres Spielzeug heutige Gesundheitsanforderungen nicht.

Was sind die Schlussfolgerungen dieser wissenschaftlichen Stellungnahme?

Die virtuelle, sichere Dosis für Chrom (VI) wurde als Ergebnis neuerer, veröffentlichter Studien reduziert seit die EU-Richtlinie über Spielzeugsicherheit zuletzt 2009 aktualisiert wurde. Der SCHER ist der Meinung, dass die derzeitigen Migrationsgrenzwerte für Chrom (VI) aus Spielzeug überarbeitet werden sollten, um diesen neuen, niedrigeren Wert zu berücksichtigen. Um einer möglichen Aufnahme von Chrom (VI) aus anderen Quellen, wie etwa dem Trinkwasser und der Umwelt, Rechnung zu tragen, empfiehlt der SCHER darüber hinaus, dass jegliche zusätzliche Belastung durch Chrom (VI) aus Spielzeug – bei Verwendung bester verfügbarer Technologien - möglichst gering gehalten werden sollte.

Dieses Informationsblatt basiert auf der Stellungnahme des unabhängigen Wissenschaftlichen Ausschusses „Gesundheits- und Umweltrisiken“ (SCHER) zu Chrom in Spielzeug (Januar, 2015).
Diese Stellungnahme ist unter folgender Adresse erhältlich:
http://ec.europa.eu/health/scientific_committees/environmental_risks/opinions/index_en.htm