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Auswirkungen von Bioziden auf Antibiotikaresistenzen

 

Über diese Veröffentlichung über Auswirkungen von Bioziden

  1. Quellenmaterial für diese Veröffentlichung
  2. Der Wissenschaftliche Ausschuss "Neu auftretende und neu identifizierte Gesundheitsrisiken" (SCENIHR)
  3. Hintergrund der Stellungnahme von SCENIHR
  4. Spezifische Fragen der Europäischen Kommission an den SCENIHR

1. Quellenmaterial für diese Veröffentlichung

Die auf Stufe 3 zitierten Texte stammen direkt aus der Stellungnahme  "Antibiotic Resistance Effects of Biocides" („Auswirkungen von Bioziden auf Antibiotikaresistenzen“) des Wissenschaftlichen Ausschusses Neu auftretende und neu identifizierte Gesundheitsrisiken (SCENIHR) der Europäischen Kommission von 2009.

Die englische Fassung der Texte auf Stufen 1 und 2 wurde von Dr. Marisa Fernandez in Zusammenarbeit mit dem GreenFacts Redaktionsteam und dem Generaldirektorat Gesundheit und Verbraucher der Europäischen Union, geschrieben.

Diese Veröffentlichung wurde von GreenFacts im Rahmen eines Vertrages mit dem Generaldirektorat Gesundheit und Verbraucher der Europäischen Union.

2. Der Wissenschaftliche Ausschuss "Neu auftretende und neu identifizierte Gesundheitsrisiken" (SCENIHR)

Der Wissenschaftliche Ausschuss Neu auftretende und neu identifizierte Gesundheitsrisiken (SCENIHR) ist einer der drei unabhängigen wissenschaftlichen Ausschüsse, die die Europäische Kommission in Sachen Verbraucherschutz, öffentliche Gesundheit und Umwelt (mit Ausnahme von Nahrungsmitteln) beraten.

Der Ausschuss wurde im Jahr 2004 von der Europäischen Kommission geschaffen, um ihr wissenschaftlichen Rat in Sachfragen zu neu auftretenden und neu identifizierten Gesundheitsrisiken zu geben. Er ersetzte den Wissenschaftlichen Ausschuss „Arzneimittel und Medizinprodukte“ (SCMPMD). SCENIHR befasst sich mit weitgefassten, komplexen oder interdisziplinären Sachverhalten, die einer umfassenden Risikobewertung in Bezug auf Verbraucherschutz oder öffentliche Gesundheit bedürfen. Der Ausschuss beantwortet auch sachbezogene Fragen, die nicht durch andere mit der Risikobewertung betrauten Organe der EU abgedeckt werden.

Der Ausschuss befasst sich mit der Bewertung möglicher Risiken wie beispielsweise Resistenzen gegen antimikrobielle Wirkstoffe, neue Technologien wie Nanotechnologien, medizinische Geräte, Tissue-Engineering, Blutprodukte, Fertilitätsverlust, Krebs endokriner Organe, Lärm und elektromagnetische Felder.

Mehr Information über SCENHIR auf Englisch:
http://ec.europa.eu/health/ph_risk/committees/04_scenihr/04_scenihr_en.htm 

3. Hintergrund der Stellungnahme von SCENIHR

Die Stellungnahme  "Antibiotic Resistance Effects of Biocides wurde durch den Wissenschaftlichen Ausschusses Neu auftretende und neu identifizierte Gesundheitsrisiken (SCENIHR) am 19. Januar 2009 bei der 28. Plenarsitzung von SCENIHR verabschiedet.

Der Wissenschaftliche Ausschuss hatte auf Basis eines vorläufigen Gutachtens eine öffentliche Konsultation durchgeführt. An der Thematik interessierte Personen oder Gruppen wurden aufgefordert bis zum 30. November 2008 eine Reihe von Kommentaren oder wissenschaftliche Informationen zum Thema einzureichen. Ein Überblick dieser Kommentare ist auf Englisch ersichtlich:
http://ec.europa.eu/health/ph_risk/committees/04_scenihr/scenihr_cons_09_en.htm 

Die Stellungnahme wurde unter Berücksichtigung der erhaltenen Kommentare fertiggestellt.

4. Spezifische Fragen der Europäischen Kommission an den SCENIHR

Für die Stellungnahme "Antibiotic Resistance Effects of Biocides" forderte die Europäische Kommission SCENIHR dazu auf folgende Fragen zu behandeln:

  1. Gibt es derzeit wissenschaftliche Belege dafür, dass die Verwendung bestimmter aktiver Substanzen in bioziden Mitteln in verschiedenen Bereichen (…) zum Auftreten antibiotikaresistenter Bakterien im Menschen und in der Umwelt führen kann?
    Wenn ja, inwiefern ist dieser Effekt mit Resistenzen vergleichbar, die auf die Verwendung von Arzneimitteln, Tierarzneimitteln und anderer relevanten Produkten zurückzuführen sind?
    [SCENIHR ist insbesondere angehalten, das mögliche Risiko zu prüfen, dass ein Kontakt mit Bioziden oder aktiven Substanzen in bioziden Mitteln das Auftreten oder die Selektion von Kreuzresistenzmechanismen (in Bakterienarten) fördern und somit die Wirksamkeit antibiotischer Moleküle in Behandlungen beeinträchtigen könnte.]
  2. Wenn ja, welche Sorten aktive Substanzen, welche Wirkweisen oder Anwendungsbereiche bergen das größte Risiko einer Zunahme der Antibiotikaresistenz?
  3. Wenn ja, wie groß ist dann das Ausmaß der resultierenden Antibiotikaresistenz und inwieweit tragen die einzelnen Anwendungsbereiche jeweils zum Risiko einer Zunahme der Antibiotikaresistenz bei?
  4. Wie kann man die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen aufgrund der Verwendung aktiver Substanzen in bioziden Produkten untersuchen? Könnte der Ausschuss Ratschläge hinsichtlich der Methodologien geben?
  5. Bitte identifizieren Sie relevante Lücken im wissenschaftlichen Erkenntnisstand und weisen Sie auf die wichtigsten Forschungsbedürfnisse hin.

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